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Die Reise nach Riga
In jungen Jahren kann man allerlei anstrengende Reisen unternehmen und es macht einem nichts aus. Die Mühen und Plagen sind schnell vergessen und weichen rosaroten Erinnerungen, in denen nichts anderes Platz findet als lustige Erlebnisse angenehmer oder manchmal auch haarsträubender Art. Werden die Haare jedoch weißer und ihre Träger weiser ist dies tatsächlich keineswegs anders.
Über neue Musik
Ich liebe Musik. Musik ist mein Leben.
Na gut, es ist zumindest ein Teil meines Lebens. Ein großer.
Und ein wichtiger und schöner.
Musik kann alles sein.
Musik kann fröhlich sein und traurig, laut und leise, hart und zart, melodiös und rhythmisch.
Musik geht in die Beine und in jede Körperzelle, versetzt dich in Schwingungen, lässt dich zucken, treibt dich an, zwingt dich zum Tanzen.
Musik ist alles.
Doch viele Menschen – das haben irgendwelche wichtigen Studien ergeben – lernen in einer bestimmten Phase ihres Lebens (bis 30 ist diese zumeist abgeschlossen) Musik kennen und sind dann zufrieden damit, genau diese Musik bis zu ihrem Lebensende zu hören. Immer wieder dieselbe Musik, dieselben Bands, dieselben Lieder! Sie hören stets dieselben Platten, immer wieder, und schauen sich live immer wieder dieselben Bands an.
Immer und immer wieder.
Das reicht ihnen und es steht mir nicht zu, dies verächtlich zu machen.
Bei mir ist das jedoch anders.
Mein perfektes Amsterdam
Amsterdam ist natürlich viel zu groß und zu großartig, um die Stadt ein einziges Mal zu besuchen und dann abzuhaken. Von daher betreibt der Titel „Mein perfektes Wochenende“ Etikettenschwindel. Amsterdam kann man immer mal wieder besuchen, daher sollte hier grundsätzlich der Plural benutzt werden: meine perfekten Wochenenden.
Einfach Amsterdam – die ersten Reaktionen
Der Reiseführer beschränkt sich auf 30 Highlights in Amsterdam, was einzelne Sehenswürdigkeiten oder ganze Stadtviertel sein können. Jedes Highlight wird über eine Doppelseite beschrieben, bei der die eine Seite durch ein passendes Foto belegt ist. Jedes Highlight wird zu Punkten wie familientauglich, Erreichbarkeit, Kosten, beste Zeit und Zeitbedarf mit Symbolen, Smileys bewertet oder mit Zeitangaben versehen. So kann man schon mal abschätzen, ob es etwas für einen und seine Mitreisenden sein könnte und hilft bei der Auswahl der einzelnen Highlights, wenn man zeitlich nicht alle machen kann. Es ist erstaunlich wie viele Informationen dennoch zu den einzelnen Punkten auf einer Seite zusammengefasst sind. Der Schreibstil ist sehr angenehm und beim Lesen fühlt man sich schon fast in Amsterdam angekommen und ein Guide würde einem vor Ort in diesem Moment die Dinge erzählen, die man selbst gerade liest.
Einfach Amsterdam
Malerische Grachten und beeindruckende Architektur, großartige Kunstwerke und vielfältige Kulinarik, große Museen und kleine Läden, coole Coffeeshops und hippe Clubkultur – Amsterdam ist die faszinierendste Stadt Europas, tolerant, weltoffen und liebenswert. Die Stadt wirkt wie aus einem Guss und ist doch immer wieder anders und immer wieder neu. Und auf eine unaufgeregte Art aufregend! Doch was muss man in Amsterdam unbedingt gesehen haben? Wo muss man gewesen sein? Was muss man erlebt haben?
Mein schönstes Ferienerlebnis – ein Berg voller Liebe
Burg Herzberg also. Das Festival gibt es seit 1968, seit den goldenen Jahren der Hippie-Ära also, die hier in der Wildnis Nordhessens einfach kein Ende finden wollen.
Troja und Tarot
Ich soll was Lustiges schreiben, hat meine Freundin gesagt, nicht immer sowas Trauriges oder Politisches oder sowas, hat sie gesagt, sondern etwas Leichtes und Heiteres, Geistreiches und Gescheites. Etwas Lustiges halt!
Dreimal Politik beim Wortmax
Jean-Philippe Kindler ist ebenfalls Comedien und auch er hat ein Buch geschrieben, in dem er sich mit politischen Themen beschäftigt. „Scheiß auf Selflove, gib mir Klassenkampf“ heißt es. Und auch dieses ist weit weniger lustig als es klingt, dafür aber trotzdem deutlich lesenswerter. „Eine neue Kapitalismuskritik“ lautet der gänzlich unkomische Untertitel zu dem schmalen Werk. Gerade weil es nicht nur auf lustig macht, ist es so lesenswert. Billige Witze hat es nämlich nicht nötig, denn Kindler brilliert durch seine Analysen. Zwar nicht des Kapitalismus im Ganzen, aber doch seiner aktuellen Ausprägungen – und vor allem, wie diese sich in ihren vermeintlichen Kritikern widerspiegeln. Armut, Glück, Klimakrise und Demokratie müssten repolitisiert werden, schreibt Kindler, dann könne es das gute Leben für alle geben.
Vorsatz und Frühgeburt
Los geht‘s mit „Zu früh“ von Frank Schäfer. Natürlich kann ich hier keine auch nur halbwegs objektive Besprechung liefern, denn Frank ist ein Freund von mir und mein Metal-Brother bei „Read Em All – Die Heavy Metal-Lesung“. Und genau darum geht es nicht in diesem autobiografisch grundierten Roman: um Heavy Metal. Sondern um eine Frühgeburt: um Oscar, den mehrere Wochen zu früh auf die Welt gekommenen Sohn des Ich-Erzählers Frank und seiner Frau Heike. Und so kommt es, dass Frank etwas ganz anderes schreibt als sonst. Anrührend ist es, wie sich die Eltern um ihren Sohn sorgen, das Frühchen, das manchmal zu atmen vergisst und im wahrsten Sinne des Wortes am Leben gehalten muss, im „Inkubator“. „Inkubator“ – was für ein Wort! Klingt wie der Name einer deutschsprachigen Death Metal-Band.
Mein Land, meine Welt
Eine andere Welt ist möglich, war einer der Slogans der sogenannten Antiglobalisierungsbewegung um die Jahrtausendwende. „Antiglobalisierungsbewegung“ – ich habe diesen Namen ehrlich gesagt nie verstanden. Ich bin gar nicht gegen Globalisierung. Ganz im Gegenteil: Ich bin für Globalisierung. Ich esse indisch und italienisch (und deutsch) und höre karibische und angloamerikanische (und deutsche) Musik.